Leserbrief zum Artikel „Was muss die Stadt Schwerte für einen Schüler bezahlen“ (RN 03.10.)

Sicherlich muss man die Frage nach zusätzlichen Schülerzahlen und zusätzlicher Kosten bei diesem Thema stellen. Jedoch ist es dabei hilfreich, sich mit den Angaben und Zahlen des Schulentwicklungsplanes (SEP) detailliert zu beschäftigen und diese auch mal ableiten und anders darstellen. Dabei kommt man zu folgenden Erkenntnissen:

  1. Die beiden Dortmunder Grundschulen, auf die ausschließlich die beschlossene Schulvereinbarung zutrifft, sind beide zweizügig und haben im Schnitt 21 Schülerinnen und Schüler(SuS) pro Klasse. Der SEP prognostiziert einen Anteil von 43,7% der Kinder, die zukünftig zu einem Schwerter Gymnasium wechseln werden (im Schnitt der letzten fünf Jahre lag dieser Wert in Schwerte bei 39%). Ausgehend von 44%, wären dies im Schnitt maximal 37 SuS pro Jahr, die voraussichtlich aus Dortmund auf die beiden Schwerter Gymnasien eingeschult würden.
  2. Vergleicht man hierzu die Zahlen aus dem SEP, so ist festzustellen, dass in den letzten fünf Jahren im Schnitt jährlich 35,6 SuS (sprich 36) an den beiden Schwerter Gymnasien aufgenommen wurden.

Fazit: Voraussichtlich wird sich die Zahl der Kinder, die aus Dortmund kommen und die Schwerter Gymnasien besuchen, nur geringfügig (wenn überhaupt) nach oben hin verändern.

Überträgt man diese Tatsache auf die Kosten, so ist festzustellen, dass es auch keine wesentlichen Kostensteigerungen geben wird, da auch schon in den vergangenen Jahren die Kosten für Dortmunder Schülerinnen und Schüler in ähnlichem Umfang von der Stadt Schwerte übernommen wurden, wie sie anhand der oben dargestellten Schülerzahlen für die Zukunft zu erwarten sind.

Der Vorteil dieser Schulvereinbarung besteht darin, dass eine jeweils Vierzügigkeit für die beiden Gymnasien durch die Bezirksregierung Arnsberg höchstwahrscheinlich genehmigt wird. Auch bei prognostizierten steigenden Schülerzahlen werden hierdurch die Klassen vermutlich kleiner und die Qualität an den Schulen weiter erhöht. Außerdem wird der Schulfrieden bekräftigt und die jahrzehntelange Praxis, dass Kinder aus dem Dortmunder Süden Schwerter Schulen besuchen können, in eine rechtsverbindliche Form festgeschrieben.

Der von der CDU vorgeschlagene und mit der Mehrheit des Rates verabschiedete separate Beschluss, dass die Verwaltung jeweils zum Ende eines Jahres die Schulentwicklung in Schwerte prüft und bei Bedarf dem Rat einen Vorschlag zur Kündigung des Vertrages unterbreitet, ist deshalb so wichtig, da jederzeit auf Veränderungen der Prognosen und auf Veränderungen des Wahlverhaltens der Eltern reagiert werden kann.